Themenstränge

Die Konferenz hat sich in Form von wissenschaftlichen, praxisorientierten und künstlerischen Beiträgen den drei folgenden Themensträngen gewidmet:

1. Gesellschaft organisieren

Emanzipatorische Politik. Partizipation. Institutionen.

„Your recession is not our degrowth“ („Eure Krise entspricht nicht unserer Vorstellung einer Wirtschaft ohne Wachstum.“) – dieses Motto der Degrowth-Bewegung zeigt ein alternatives Verständnis davon, wie die Wirtschaft funktionieren und die Gesellschaft organisiert werden sollte. Institutionen können sich nicht mehr auf Wirtschaftswachstum verlassen, um (demokratisch) stabil zu bleiben, obwohl sie zu großen Teilen davon abhängig sind und Wachstum fördern. Welche historischen Entwicklungen und Mechanismen haben zu dieser blinden Wachstumsabhängigkeit von Politik und Institutionen geführt? Wie können wir während und nach der wirtschaftlichen Transformation demokratische Entscheidungsfindungen garantieren und stärken? Und welche alten und neuen Formen der Teilhabe und Interaktion sind notwendig, um diese Transition zu schaffen? Diese Fragen sind dringend, insbesondere angesichts der aktuellen Krisen in Europa und vielfältiger globaler Herausforderungen.

Der Themenstrang „Gesellschaft organisieren“ kann die folgenden Debatten und Inhalte beinhalten:

2. Sozial-ökologisch Wirtschaften

(Re)Produktivität. Commons. Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur.

In unserem derzeitigen Wirtschaftssystem werden reproduktive Tätigkeiten zugleich ausgebeutet und als selbstverständlich angesehen. Das beinhaltet Care-Arbeit (dt.: Sorgearbeit), welche vor allem von Frauen geleistet wird, Subsistenz- und nicht-kommerzielle Landwirtschaft und auch die reproduktiven Leistungen, die uns die Natur gibt. Obwohl es sich dabei um die Fundamente der sogenannten „Wirtschaft“ handelt, werden sie bei der Berechnung von ökonomischen Werten nicht beachtet. Unterschlagen wird auch die absurde Steigerung der Verteilungsungerechtigkeit weltweit.

Der Themenstrang „Sozial-ökologisch Wirtschaften“ kann die folgenden Debatten und Inhalte beinhalten:

3. Gemeinschaft leben

Buen vivir. Freies Wissen. Konviviale Technologie.

Nach der Definition von Ivan Illich ist Konvivialität „individuelle Freiheit, verwirklicht in wechselseitiger persönlicher Abhängigkeit“. Konvivialität bezeichnet ein friedliches, gemeinschaftliches Leben auf kreative und (kollektiv) selbstverwaltete Weise. Der Begriff steht damit für eins der richtungsweisenden Ideale für einen gerechten und partizipativen Weg in eine Gesellschaft jenseits des Wachstums. Institutionen und Technologien dienen derzeit der profitorientierten Wirtschaft, stattdessen sollten sie ein gemeinschaftliches Leben unterstützen.

Der Themenstrang „Gemeinschaft leben“ kann die folgenden Debatten und Inhalte beinhalten: